Am Sonntag war es soweit. Ich konnte mir den größten Blockbuster des Jahres in 3D anschauen! James Camerons Avatar! 12 Jahre lang hat sich Cameron aus dem Filmgeschäft zurückgezogen. Man konnte sogar glauben, dass er sich aufgrund des monumentalen Erfolges von Titanic (1,8 Milliarden Dollar Einspielergebnis und somit erfolgreichster Film aller Zeiten) gänzlich zurückgezogen hat. Keiner ahnte, was er in dieser Zeit zusammenschmiedete! Dieser Mann ist eben ein Perfektionist. Und das Ziel seines neuen Meisterwerks ist ganz klar: Das Monument Titanic soll durch ein neues abgelöst werden! Die Produktionskosten sprechen schon für sich: laut offiziellen Angaben 237 Millionen Dollar plus 150 Millionen Marketingkosten. Inflationsbereinigt hat die Produktion laut Experten jedoch sogar über 300 Millionen gekostet, was Avatar zum teuersten Film aller Zeiten machen würde.
Die erste Drehbuchversion entstand schon 1995, jedoch hat sich Cameron entschieden, so lange zu warten, bis die Technik ausgereift genug ist, um diesen Film zu drehen! Und man kann seine Entscheidung nur loben, denn solch eine optische Pracht wäre eine Dekade früher sicherlich nicht möglich gewesen. Die Performance-Capture-Technologie hat er vorangetrieben und zusammen mit Vince Price entwickelte er eine 3D-Fusion-Kamera. Für die atemberaubenden Effekte war die enge Zusammenarbeit mit der neuseeländischen Firma WETA zuständig. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen!
Trailer:
Story:
Der Film ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil wird man in die neue Welt namens Pandora eingeweiht. Im Jahr 2154 kriselt nämlich die Erde, da die Ressourcen zu Neige gehen. Auf einem fernen Planeten (Pandora) gibt es jedoch wertvolle, energiereiche Stoffe, durch deren Abbau die menschliche Rasse versorgt werden könnte. Deswegen wurde auf dem Planeten eine Basis errichtet, von wo aus eine Gruppe aus Militärs und Wissenschaftlern operiert. Die Wissenschaftler haben sogenannte Avatare gezüchtet. Das sind Körper in denen die menschliche DNA mit der der Ureinwohner kombiniert wurde. Ein Avatar wird jedoch von einem menschlichen Gehirn ferngesteuert. Die Ureinwohner sind die Na’vis, eine mit der ganzen Natur des Planeten sehr eng verbundene Rasse. Pandora birgt für die Menschen viele Gefahren. Die Luft ist für die Menschen nicht geeignet, es muss künstliches Sauerstoff durch eine Maske eingeatmet werden. Außerdem ist der Planet überfüllt mit gefährlichen Kreaturen und Ureinwohnern, die das Dasein der Menschen nicht akzeptieren möchten. Durch die Avatare soll das Naturvolk der Ureinwohner erforscht werden.
Der querschnittsgelähmte Marine Jake Sully (Sam Worthington) trifft auf Pandora ein und bekommt seinen eigenen Avatar. Der Marine ist vom Gefühl, im Körper eines Na’vis zu stecken, begeistert, denn endlich ist er in der Lage selbständig zu gehen. Er unterliegt dem Kommando von Colonel Quaritch (Stephen Lang), der ihm befiehlt, sich in das Volk der Na’vi zu infiltrieren. Tatsächlich gelingt ihm schon bei seinem ersten Dschungel-Ausritt Kontakt zu der Eingeborenen Neytiri (Zoe Saldana) herzustellen. Innerhalb von 3 Monatem integriert sich Sully immer mehr: er lernt die Natur und deren Verzweigung mit allen Lebewesen des Planeten kennen, er lernt verschiedene Kreaturen zu reiten, wird zum Jäger und schließlich wird Neytiri sogar seine Frau. Sully selbst sagt, dass Pandora seine wirkliche Welt und sein Menschendasein zum Traum wird.
Im zweiten Teil folgt dann der unangenehme Teil des Films. Action bestimmt nun das Geschehen. Colonel Quaritch fängt an, Vorbereitungen für den Ressourcen-Abbau vorzunehmen. Dafür muss die für die Na’vis so wichtige Natur zerstört werden und Jake Sully soll die Einwohner dazu bringen auszuziehen. Ziel ist also die Vertreibung der Na’vis. Sully jedoch hat sich so sehr in die neue Welt hineingelebt, dass er sich auf die Seite der Na’vis schlägt und mit ihnen gegen die Menschen kämpft. Eine gewaltige Schlacht bestimmt den Schlussteil des Films.
Der Hintergrundgedanke Camerons für die Story war wahrscheinlich die Vertreibung der Ureinwohner Amerikas. Denn auch hier haben sich die zivilisierten Menschen einfach das Recht vorbehalten neu entdecktes Land zu berauben, ohne auf Bedürfnisse der anderen zu schauen.
Bild und Optik
Auch wenn die Handlung alles andere als anspruchsvoll ist, überzeugt der Film voll und ganz! Grund dafür ist die atemberaubende, noch nie dagewesene, monumentale Optik des Films. Vor allem in 3D ist der Film ein Erlebnis. Noch nie konnte ich mich so gut in die Handlung eines Films hineinversetzen wie es bei Avatar der Fall war. Es wird eine nicht zu beschreibende Eindringlichkeit erreicht. Man erlebt schlicht und einfach den Film, man sieht ihn nicht nur einfach. Die neue Welt Pandora wird mit einer solchen Schönheit und mit einem solchen Detail dargestellt, dass man sich selbst wünscht diese Welt einmal live erlebt zu haben. Und das wird in diesem Film schon fast erreicht. Noch nie habe ich ein überfülltes Kinosaal mit einer solchen Stille und einem solchen lautlosen Staunen erlebt wie mit Avatar!
Fazit: James Cameron ist tatsächlich eines der größten Meisterwerke aller Zeiten gelungen! Dass die Story so einfach geschmiedet ist stört überhaupt nicht. Das braucht der Film nämlich gar nicht. Die schlichtweg bisher unerreichte visuelle Perfektion führt zu einem atemberaubendem Miterleben der Filmgeschehnisse. Eine neue Ära des Kinos und des Films wurde gegründet! Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass Avatar der beeindruckendste und vielleicht sogar der bisher beste Film aller Zeiten ist!
James Cameron’s Avatar - Aufbruch nach Pandora erhält von mir wohlverdiente 10 von 10 Swordfishs!
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offizielle Webseite: www.avatarmovie.com
Screenshots: hier
Filmangaben:
Titel: Avatar - Aufbruch nach Pandora
USA 2009
Regie: James Cameron
Darsteller: Sam Worthington, Sigourney Weaver, Michelle Rodriguez, Zoë Saldana, Giovanni Ribisi, Joel Moore, Stephen Lang, Laz Alonso, Matt Gerald
Kinostart: 17.12.2009
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